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16.2.2010
Der Winter hat zugeschlagen: Auch in Trier!
Lebensgefährliche Straßenverhältnisse in der Römerstadt
Der härteste Winter seit Jahrzehnten. Mancher freut sich darüber, endlich wieder richtiges Winterwetter erleben zu dürfen. Doch auch dessen Schattenseiten sind unverkennbar. Jeder wird sie bei der nächsten Heizkostenabrechnung selbst spüren.
Auch die Kommunen trifft dieser Winter finanziell hart. Es ist noch unabsehbar, welche Kosten durch den verstärkten Winterdienst aufzubringen sein werden. Hinzu kommen die Schäden durch die Frostaufbrüche der Straßen. Jetzt rächt es sich, dass viele Straßen jahrelang nicht saniert wurden. Den auf alten, maroden Straßen hat der Frost besonders leichtes Spiel, sein zerstörerisches Werk zu vollziehen.
Besonders betroffenen in Trier: Die Berliner Allee, aber auch viele anderen Straßen. Für Zweiradfahrer ist es zurzeit fast lebensgefährlich, diese Straße zu befahren: Riesige Löcher klaffen in der Teerdecke.
Nachts wird das Fahren zu einem Abenteuer mit nicht kalkulierbaren Risiko. Die Stadt Trier hat sich bislang noch nicht einmal in der Lage gesehen, Warnschilder aufzustellen, ein Tempolimit zu verhängen, geschweige denn die Aufbrüche wenigstens notdürftig zu stopfen.
Dabei wäre es dringend erforderlich, hier etwas zu unternehmen. Denn die Stadt wird sich im schlimmsten Fall Regress-Forderungen ausgesetzt sehen. Wenigsten sollten deutliche Warnschilder für ortsfremde aufgestellt werden.
Eine richtige Sanierung der Berliner Allee war - die einzig sinnvolle Lösung - ist schon vor Jahren geplant worden. Die Durchführung scheiterte bislang an bekannten Haushaltssituation der Stadt Trier.
15.2.2010
Bald höhere Parkgebühren in Trier?
Parkraumkonzept lässt noch auf sich warten
Schon vor über einem Jahr hat die ADD anlässlich der Verabschiedung des Haushaltes angemahnt, die Parkgebühren in Trier zu erhöhen. Die Verwaltung hat dies zum Anlass genommen, für Trier ein grundlegend neues Parkraumkonzept zu erstellen. Ein richtiger Ansatz, denn die unterschiedlichen Gebührenstrukturen in der Trierer Innenstadt sind wenig schlüssig. Doch die Folge ist auch, dass man mit den neuen Parkgebühren nicht so richtig weiterkommt (Siehe dazu auch den Artikel im Online-Magazin 16vor vom 14.1.2010)
Einige Male hatte schon der Arbeitskreis Parken diskutiert, zuletzt wieder im Februar dieses Jahres. Hier sitzen Vertreter der Stadt Trier, der Stadtwerke, von Handel, Wirtschaft und natürlich der Ratsfraktionen zusammen.
Da die personellen Ressourcen in Anbetracht der Vielzahl der im zuständigen Baudezernat zu erledigenden Aufgaben erschöpft sind, wurde jetzt das private Ingenieurbüro Hupfer beauftragt. Es hat die derzeitige Situation analysiert und die Ergebnisse vorgestellt. Gefordert wurde vom Gutachter eine Vereinheitlichung der Parkraumbewirtschaftung in der Trierer Innenstadt. Eine klare, einfache, plausible, nachvollziehbare und vor allem einheitliche Struktur soll geschaffen werden. Alle Regelungen sollen von außen deutlich erkennbar sein. Im Straßenraum selbst soll (mit Ausnahme des Anwohnerparkens) künftig nur noch kurzfristiges Parken angeboten werden (Straßenraum mit Einzelhandel: max. 30 Minuten, Straßenraum ohne Einzelhandel: max. 60 Minuten, Parkflächen mit Parkschein max. 120 Minuten). Das längerfristige Parken soll ausschließlich in (beschrankten) Parkierungsanlagen stattfinden. Auch wird ein möglichst einheitlicher Abrechnungstakt vorgeschlagen: An Parkuhren sollte er je 15 Min., an Parkscheinautomaten je 20 Min. und bei den so genannten Parkierungsanlagen 30 Minuten betragen. Ferner regt der Gutachter einen einheitlichen Bewirtschaftungszeitraum an, etwa Montag bis Samstag bis 19.00 Uhr Abends.
Über die Höhe der künftigen Parkgebühren wurde noch nicht gesprochen, hierzu machte der Gutachter auch keine Vorschläge. An dieses heikle Thema wagt man sich jetzt noch nicht heran. Werden doch solche Fragen erfahrungsgemäß immer besonders heftig und kontrovers diskutiert, wenngleich der Fachmann auch meint, dass die Gebührenhöhe für auswärtige Besucher ohne Bedeutung sei (wirklich?). Doch die Zeit drängt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die ADD, die den nächsten Haushalt zu genehmigen hat, mit wenig Freude zur Kenntnis nehmen wird, dass sich an den Gebühren für das Parken im öffentlichen Straßenraum in Trier noch immer nichts verändert hat.
13.1.2010
Rettung in letzter Minute
Ein Chronik der Ereignisse um das evangelische Elisabeth-Krankenhaus
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich in ihrer Mitte (Matthäus 18, 20)
Dienstag, 10.2. 2009
Die Schreckensnachricht trifft mich nicht ganz so hart, wie die anderen: Denn schon einige Tage zuvor ist mir in meiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Vorsitzender des Aufsichtsrates in einem vertraulichen Gespräch angedeutet worden, dass es so mit unserem Elisabeth-Krankenhaus nicht mehr weitergeht.
„Die Geschäftsführung berichtete über die Rahmenbedingungen und trägt ihre Einschätzungen zum Sachverhalt vor.“, heißt es später ganz nüchtern . Andersherum ausgedrückt: das Krankenhaus ist alleine langfristig nicht mehr überlebensfähig.
Erste Pläne und Ideen tauchen auf. Gedanken, die nicht nur mich wenig begeistern: Es wird von einem Verkauf an ein bestimmtes Krankenhaus gesprochen wird. Diese sollen uns mehrheitlich übernehmen. Es gebe ja gar keine andere Lösung, heißt es. Erste Vertragsentwürfe werden schon vorgelegt. Im Frühjahr soll alles entschieden sein
Nein, das kann nicht sein, so denke nicht nur ich.
Donnerstag, 12.2.2009
Die beiden stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Thomas Luxa, Martin Schulte und ich treffen uns privat und beraten die Situation. Wir beschließen, alles noch einmal überprüfen zu lassen und uns fachlich beraten zu lassen.
Dienstag, 28.4. 2009
Der Aufsichtsrat beauftragt die evangelische Curacon Unternehmungsberatung mit der Begleitung des notwendigen Strukturprozesses. Ein begleitender Ausschuss wird gebildet, in dem außer den oben bereits genannten noch Herr Güth mitarbeitet.
Donnerstag, 7.5. 2009
Ein äußerst kompetentes Team der Firma Curacon wird den weiteren Prozess organisieren und begleiten.
Freitag 5.6. 2009
Der Arbeitskreis geht zweimal in Klausur. Zunächst wird die wirtschaftliche Situation analysiert. Das Ergebnis: Aktuell ist das Krankenhaus noch nicht bedroht, aber in Zukunft muss sich dringend etwas tun!
Samstag, 27.6. 2009
In einer weiteren Sitzung des Arbeitskreises wird das Ausschreibungs- und Auswahlverfahren diskutiert. Eine Vielzahl von potentiellen Bewerbern werden von Curacon angeschrieben und um die Abgabe erster Angebote gebeten. Viele antworten.
Mittwoch, 1.7.2009
Der Strukturausschuss wird um den Vorsitzenden des Presbyteriums, Herr Lütticken, erweitert. Es hat sich herausgestellt, dass Beschlüsse vom Träger zu treffen sein werden. Da ist es nur sinnvoll, dass der Vorsitzende von vornherein eingebunden wird, der sich dann in der Folgezeit auch kräftig mit engagiert.
Über die Sommerpause hinweg werden dann die ersten., so genannten unverbindlichen Angebote eingeholt.
Mittwoch, 9.9. 2009
Wir sichten die eingegangenen Angebote und legen fest, wer für weitere Gespräche eingeladen wird: Örtliche, katholische Träger, private und evangelische. Wir haben eine größere Auswahl unter interessanten Angeboten als wir erwarten hätten.
1. - 14. 10. 2009
Die nächste Phase beginnt. Interessenten besichtigen das Krankenhaus. Die Folge war vorhersehbar: Unruhe Unsicherheit im Haus. Zum ersten Mal lernen wir den Vorstand der Agaplesion gAG kennen, dessen Konzept, ein Verbund evangelischer Krankenhäuser, schon jetzt sehr beeindruckt.
Freitag, 2.10.2010
Dem Presbyterium wird der gegenwärtige Verfahrensstand dargestellt. Der Ausschuss wird erweitert.
Mittwoch, 14.10.2010
Wir, das heißt Presbyteriumsvorsitzender Frieder Lütticken und ich informieren die Mitarbeitervertretung, Chefärzte und Pflegedienstleitung, dass wir uns nach einer Beteiligung umsehen.
Freitag, 23.10.2009
Es musste ja eines Tages so kommen: Die Presse hat von der Sache erfahren und fragt an. Rolf Seydewitz schreibt einen sehr fairen Artikel.
Donnerstag, 29.10.2010
Großes Verständnis dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses wegen der Presseberichterstattung äußerst verunsichert sind. Die wildesten gerüchte kursieren. “Der Verkauf an dieses und jenes Krankenhaus, ist doch schon längst beschlossene Sache”, heißt es. In einer Mitarbeiterversammlung versuche ich die Gemüter zu beruhigen und klar zu stellen, dass noch gar nichts entschieden sei und wir lediglich Angebote einholen werden, die wir dann sorgfältig prüfen werden. ich spüre es: Man vertraut den Absichten wenig.
Freitag, 6.11. 2009
Es bleiben nach intensiver Beratung im Ausschuss vier Bieter übrig. Darunter die evangelische Agaplesion gAG aus Frankfurt.
Dienstag, 10.11. 2009
In der Sitzung des Aufsichtsrates an der auch die Mitarbeitervertretung teilnimmt, besprechen wir noch einmal ausführlich die vorliegenden Angebote. Eine äußerst schwierige Entscheidung steht bevor.
Da mich die Idee des evangelischen Krankenhausverbundes überzeugt hat, entschließe ich mich zu einem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen. Auch ist eines klar: Eine evangelische Lösung, die den Erhalt unseres Krankenhaus so weit es geht, ermöglicht, gibt es nur mit der Agaplesion. Thomas Luxa erklärt sich spontan bereit, mich zu begleiten.
Montag 16.11. 2009
Agaplesion Vorstandsvorsitzender Bernd Weber erläutert uns plastisch, was diesen Bewerber von anderen Bewerbern unterscheidet „Wir wollen die Braut nicht kaufen, sondern heiraten“. Doch eines wird uns auch klar: Das Krankenhaus kann alleine nur überleben, wenn es eine Fachabteilung erhält. Das geht nicht ohne Hilfe der Ministerin, zu der ich schon einige Tage zuvor Kontakte geknüpft habe.
Mittwoch, 18.11.2009
Schneller als gedacht gibt es einen Termin mit Frau Ministerin Malu Dreyer. Frieder Lütticken, Thomas Luxa und ich sprechen mit ihr. Sie zeigt großes Verständnis, kann uns aber so nicht helfen: Sie hat noch andere Probleme zu beachten. Denn es gibt ja noch das Marienkrankenhaus in Ehrang, das auch ministerieller Hilfe bedarf. „Versuchen Sie doch, ein ökumenisches Krankenhaus zu bilden“, war ihr für uns überraschende Vorschlag, dessen Umsetzung wir uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht vorstellen konnten.
Freitag, 20.11. 2009
Der Ausschuss hört vier sehr gute und überzeugende Präsentationen. Interessante Konzepte werden uns an diesem Tag äußert professionell präsentiert Doch der Wunsch, die eigene Identität des Krankenhauses so gut es geht erhalten zu können, bleibt. Ein Verkauf an einen noch so kompetenten Partner würde ein Ende “unseres” Krankenhauses bedeuten.
Montag, 23.11.2009
Ich stelle Herrn Vorstandsvorsitzenden Weber Frau Ministerin Dreyer vor. Die Ministerin hat sich inzwischen über Agaplesion kundig gemacht und ist von deren Konzept sehr überzeugt. Sie wirbt noch einmal für den ökumenischen Verbund. Herr Weber verspricht, Kontakte zu Generaloberin Basina der Waldbreitbacher Franziskanerinnen aufzunehmen. Die Dramatik nimmt zu.
Bei den nun folgenden Gesprächen bin ich verständlicherweise nicht dabei. Sie sind sehr erfolgreich. Herausragende Persönlichkeiten sind aufeinander getroffen und haben sich gefunden.
Samstag, 28.11.2009
Ohne Wohlwollen der Landeskirche wird das geplante Modell des ökumenischen Krankenhausverbundes nicht funktionieren. Eine Abordnung (Thomas Luxa, Frieder Lütticken und Martin Schulte - ich selbst bin verhindert ) reisen nach Düsseldorf, um den Verantwortlichen der Landeskirche die Pläne zu erläutern.
Freitag, 11.12. 2009
Am Abend erhalte ich während einer Presbyteriumssitzung von Herrn Weber die erlösende Nachricht. Der Verbund kann entstehen!
Mittwoch, 9.12. 2009
In einer Sondersitzung des Presbyteriums werden nach intensiver Beratung, in der auch Gegenargumente ausführlich diskutiert werden, die entscheidenden Beschlüsse gefasst: Zunächst soll die Agaplesion gAG 74,9 Prozent der Anteile des Elisabeth-Krankenhauses erhalten. Die Kirchengemeinde erhält im Gegenzug (unverkäufliche) Aktien der gemeinnützigen Aktiengesellschaft und wird damit Teil eines großen Verbundes. In einem zweiten Schritt soll dann der ökumenische Verbund mit dem Marienkrankenhaus in Ehrang angestrebt werden.
Freitag, 18.12.2009
Der vorläufige Abschluss des Projekts. Es war Stillschweigen bis heute verabredet. Heute geben Ministerin Dreyer, der Vorsitzende des Presbyteriums Frieder Lütticken, Agaplesion Vorstandsvorsitzender Weber und Generaloberin Basina das Ergebnis in einer Pressekonferenz bekannt. In einer sich anschließenden Betriebsversammlung erläutern Herr Bernd Weber und ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses des neue Konzept. Am Anfang herrscht noch etwas Sprachlosigkeit, doch dann spürt an förmlich die Erleichterung.
Dienstag, 22.12.2009
Ohne Genehmigung der Landeskirchen lassen sich unsere Absichten nicht umsetzen. Sie war zwar in den Prozess eingebunden und grundsätzlich einverstanden.
Montag, 18.1.2010
Die Arbeit ist noch nicht zu Ende. Die Absichten stehen fest. Sie müssen jetzt in Verträgen fixiert und umgesetzt werden. In der Arbeitsgruppe beraten wir den ganzen Abend über die vorliegenden Vertragsentwürfe.
2.11.2009
Droht NPD-Ratsmitglied jetzt der Ausschluss aus Trierer Stadtrat?
Aus zwei Gründen droht dem NPD-Ratsmitglied Babic der Ausschluss aus dem Trierer Stadtrat
Noch am vergangenen Donnerstag hat das erste und einzige NPD-Ratsmitglieds in Trier für Verwirrung und einem Beinahe-Skandel im Trierer Stadtrat gesorgt.
Doch er dürfte sich wohl nicht mehr lange seiner Mitgliedschaft im Trierer Stadtrat erfreuen. Wie einer Presseerklärung des Leitenden Oberstaatsanwalt in Trier zu entnehmen ist, ist er heute vor dem Landgericht in Trier angeklagt worden. Tatvorwurf ist unter anderem gefährliche Körperverletzung, die nach dem Gesetz mit einer Mindeststrafe von 6 Monaten, in minder schweren Fällen von mindestens 3 Monaten geahndet wird (§ 224 StGB).
Sollte er also verurteilt werden, droht ihm ein Ausschluss nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung:
§ 31 Ausschluß aus dem Gemeinderat
(1) Ein Ratsmitglied, das nach seiner Wahl durch Urteil eines deutschen Strafgerichts rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten verurteilt wird, kann durch Beschluß des Gemeinderats aus dem Gemeinderat ausgeschlossen werden, wenn es durch die Straftat die für ein Ratsmitglied erforderliche Unbescholtenheit verwirkt hat. Der Gemeinderat kann den Beschluß nur innerhalb eines Monats, nachdem er von der Verurteilung Kenntnis erhalten hat, fassen. Der Bürgermeister hat den Gemeinderat zu unterrichten, sobald er von der Verurteilung Kenntnis erlangt.
Eine weitere Vorschrift könnte dem rechten Ratsmitglied zum Verhängnis werden: Nach der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft hat er den Holocaust in einer den “Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllenden Weise verharmlost”.
In Absatz 2 der oben erwähnten Vorschrift heißt es:
(2) Wer durch Wort oder Tat die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Verfassung für Rheinland-Pfalz bekämpft, ist der Stellung eines Ratsmitglieds unwürdig. Der Gemeinderat hat in diesem Falle über den Ausschluß zu beschließen; der Beschluß soll innerhalb eines Monats, nachdem der Gemeinderat von dem Vorgang Kenntnis erhalten hat, gefaßt werden. Absatz 1 Satz 3 gilt entsprechend.
Da der Stadtrat bereits jetzt von diesem Tatbestand durch die Veröffentlichung der Presseerklärung erfahren hat, stellt sich die Frage, ob er auch schon jetzt schon tätig werden wird. Man wird sehen.
Andernfalls müsste eine rechtskräftige Verurteilung abgewartet werden, wobei natürlich noch völlig offen ist, wann diese erfolgen wird. Denn das Hauptverfahren muss erst einmal eröffnet und ein Termin bestimmt werden. Gegen eine mögliche Verurteilung durch das Landgericht in Trier könnte dann auch noch Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt werden. Es ist zu erwarten, dass in diesem Fall auch alle Rechtsmittel ausgeschöpft werden, so dass es bis zu einer Rechtskraft des Verfahrens noch etwas dauern kann.
29.10.2009
Fußgängerzone frei
Ab heute ist es soweit: Der von mir formulierte und begründete Antrag die Öffnungszeiten der Fußgängerzone für Fahrradfahrer zu liberalisieren, wurde nach einstimmiger Verabschiedung im Trierer Stadtrat jetzt zeitnah umgesetzt: Ab heute ist während der Lieferzeiten (19 bis 11 Uhr) die Fußgängerzone auch für Fahrradfahrer geöffnet. Bleibt zu hoffen, dass die neue Regelung nun auch bei denen Akzeptanz finden wird, die ihr bisher skeptisch gegenüber standen und sie bald merken werden, dass die Liberalisierung kein „Weltuntergang“ bedeutet. Bleibt aber ebenso auch auf die Disziplin der Radfahrer zu hoffen, dass sie die gebotene Rücksicht gegenüber den Fußgängerinnen und Fußgängern nehmen. Den schließlich soll die neue Regelung erst der Anfang sein. Weitere Verbesserungen für Zweiradfahrer sollen folgen.
9.10.2009
Trierer FDP will Bäume schützen - Aber wer schützt die Bäume vor der Trierer FDP
Keine Frage: Bäume sind wichtig und erhaltenswert. Doch macht es Sinn, sie durch Aufblähung der Bürokratie, etwa durch kommunale Baumschutzsatzungen, schützen zu wollen?
Sieht man sich einmal im Internet um, so ist gerade die FDP gegen solche städtischen Verordnungen, bezeichnet sie als Effekthascherei, unnötige Bürokratie usw.
So auch - jedenfalls bis jetzt - in Trier: Zuletzt wurde im Trierer Stadtrat ein entsprechender Antrag der Grünen am 23.6.2005 vom Stadtrat mehrheitlich abgelehnt. Seinerzeit lehnte ein gewisser Thomas Egger für die FDP diesen Antrag mit kurzen, aber klaren und deutlichen Wort ab.
Doch plötzlich ist die Forderung nach einer solchen Satzung ein wichtiger Bestandteil der neuen „Trierer Ampel”-Koalition, wird also hier nun auch von den Liberalen gefordert.
Warum denkt FDP in Trier auf einmal ganz anders als ihre Parteifreunde anderswo?
Das Phänomen ist schnell erklärt: Die Bäume in der Römerstadt benötigen unbedingt einen besonderen Schutz und zwar gerade vor der Partei, die diesen Schutz einfordert.
Denn bei uns werden die Bäume durch FDP Wahlplakate geschunden, die trotz städtischen Verbots - wie hier in der Metzer Allee - obwohl der Wahlkampf schon längst vorüber immer noch für Rainer Brüderele Werbung machen, wie hier in der Metzer Allee (aufgenommen am 8.10. um 13:00 Uhr).
Das Plakat passt zwar gut zu dem neuen grünen Anstrich, den sich die Trierer FDP verpasst hat, weniger gut tut es aber der Rinde des Baumes, die darunter zu faulen beginnt.
Nachdem dieser Artikel erschienen ist wurde das Plakat am Samstag, den 10.10. dann endlich abgehängt.
6.10.2009
Im Zentrum der Macht
Ein Bericht über diejenigen, die berichten
Mir ist es heute vergönnt, einen Einblick in das Allerheiligste des Trierischen Volksfreundes nehmen zu dürfen, dem Zentrum der Macht.
Klingt übertrieben? Ist es nicht, jedenfalls nur ein wenig. Nicht ohne Grund wird die Presse als vierte Gewalt im Staat beschrieben. Wer anderes behauptet, ist noch nie von der Presse auf's Korn genommen worden. Und der Umstand, dass der TV das einzige tagesaktuelle Print-Medium im Trierer Raum ist, gibt ihm noch einmal eine ganz besondere Stellung.
Chef-Reporter Rolf Seydewitz empfängt mich freundlich im Foyer des Volksfreund-Hauses. Redakteur Hans-Peter Linz zeigt mir die gewaltige Druckmaschinerie. Überdimensionale Papierrollen lagern in riesigen Hallen, die dann abends in monströse Druckmaschinen, 2 bis 3 Stockwerke groß, eingespannt werden. Am Abend werden zuerst die Ausgaben gedruckt, die weit weg gesandt wird, zum Schluss die Trierer Ausgabe, die so sehr aktuell gehalten werden kann. Am Morgen ist selbstverständlich noch alles ruhig. Man kann sich vorstellen, was hier los ist, wenn die riesigen Druckmaschinen anlaufen. Ich bin von der ganzen Technik beeindruckt.
Dann führt man mich in den ersten Stock, zunächst zu den Büros von Chef-Reporter Rolf Seydewitz und dem leitende Redakteur Dieter Lintz. Man merkt es gleich, zwei wichtige Leute.
Was der Unterschied zwischen einem Chef-Reporter und einem leitenden Redakteur ist, erschließt sich mir nicht. Ich habe den Eindruck, den Beteiligten auch nicht, was aber wohl nicht weiter von Bedeutung ist. Betrachtet man die Volksfreund-Redakteure als Mannschaft, so sind die beiden die Libero, die über das schreiben dürfen, was ihnen wichtig erscheint. Anderen sind feste Position zugeordnet, beispielsweise der Sport, die Kultur, Lokales, wie dem Chef der Lokalredaktion Trier, Jörg Pistorius, von dessen vorbildlich aufgeräumten Büro so ein Schreibtisch-Chaot wie ich deutlich beeindruckt ist.
Viele Redakteure/innen und Mitarbeiter/innen haben eigene Büros oder teilen sich eines. Die meisten sitzen sich aber in einem Großraumbüro, dem eigentlichen Machtzentrum.
Es ist das Kontrollzentrum des Projekts „Tageszeitung für die Region Trier, Schnell und Aktuell" (Abkürzung: “TASA”). Geschäftig und hektisch geht es hier zu.
In der Mitte ein Kreis von vier Schreibtischen mit Computern, die eigentliche Steuerungszentrale, sozusagen, das Herz des Systems. Dort sitzen Redakteure, wie der allen Twitterern bekannte Michael Schmitz („volksfreundchen") oder Rainer Neubert und Layout-Experten. Drum herum gruppieren sich zahllose Schreibtische mit noch mehr Computern und Bildschirmen.
Alle Beteiligten haben die verantwortungsvolle Aufgabe, aus alle dem was (auf elektronischen Wege) hereinkommt, dem „Input", das Produkt, das sind ein Dutzend regionale Ausgaben des Trierischen Volksfreundes herzustellen. Wie das funktioniert?
Überall in der Region sitzen die Außenreporter, die die Meldungen zusammentragen, in Daun, Prüm, Bitburg, aber auch am Nikolaus-Koch-Platz in Trier (Christiane Wolff und Roland Morgen).
Die Fäden laufen dann in der Hanns-Martin-Schleyer Straße zusammen, dort wird der Trierer und übrige Inhalt produziert und dann alles weiterverarbeitet und aufbereitet.
So müssen beispielsweise passenden Fotos aus den Bilddatenbanken gefunden werden, Texte gekürzt und auf Rechtschreibfehler kontrolliert werden, ja auch für diese Aufgabe gibt es Mitarbeiter.
Am Anfang erhalten die Blattmacher (fast) leere elektronische Formulare, das sind die Seiten, die im Laufe des Tages gefüllt werden müssen. Die Anzeigen sind bereits vorgegeben. Ohne sie geht es nicht, denn schließlich lebt die Zeitung zu einem erheblichen Teil hier von.
Die Wirtschaftskrise hat sich auch auf diesem Sektor bemerkbar gemacht, erfahre ich. Der Großteil der Einnahmen stammt übrigens von den Abonnenten. Vor allem Jüngere nutzen aber mehr und mehr Online Medien, sodass täglich um die Abonnenten gekämpft werden muss.
Am Vormittag zeichnen sich die schon die ersten Themen ab: In der Stadt Trier wird sich am nächsten Tag die Ampel-Koalition vorstellen, Dieter Linz arbeitet an einem Vorbericht. Er hat auch schon recherchiert und weiß bereits, dass es in der CDU unterschiedliche Meinungen dazu gibt, wie man mit der neuen Situation umgehen soll.
Ich selbst soll auch nicht nur so einfach rumstehen, sondern auch etwas arbeiten: Eine Blattkritik soll ich verfassen und dabei so richtig vom Leder ziehen, wird mir aufgetragen. Man drückt mir einen dicken Stapel aller Zeitungen des Verbreitungsgebiets in die Hände gedrückt und setzt mich vor einen Apple-Laptop. Ich kämpfe mehr mit den Tücken des für mich ungewohnten Systems zu tun, als dass ich zum Schreiben käme. Jedenfalls ziehe ich vom Leder so sehr ich kann und hoffe, dass die netten Leute, die ich kennen gelernt habe, nicht allzu eingeschnappt sind.
Mittags gibt es dann eine Konferenz, in der diese Kritik und vor allem natürlich die kommende Ausgabe besprochen werden.
Das Problem: Die Aktualität, ständig passiert ja etwas in Trier und der Restwelt. Die Print-Ausgabe des TV ist deshalb nichts Statisches, sie verändert sich ständig.
Stolz zeigt mir Rolf Seydewitz, vier verschiedene Ausgaben eines TV vom selben Tag, dessen Titelblatt sich ständig veränderte, je mehr sich die traurige Dramatik um die verschwunden Tanja Gräff verdichtete.
Zurück zum Kontrollzentrum.
„Rainer - wir haben ein Problem!", so etwas hört Chef-Koordinator Neubert öfter. Der Rheinland-Pfalz-Tag findet diesmal in Prüm statt, das muss natürlich an geeigneter Stelle platziert werden. Eine DPA Meldung: Den Kommunen brechen die Einnahmen weg, das muss ein Aufmacher werden! Wo ihn platzieren?
32 Seiten sind zu füllen. Die sind unterteilt in vier verschiedene, wie die Volksfreund-Macher es nennen, Bücher: Aufmacher-Seiten, Lokales, Sport, Kultur und Vermischtes. Nach und nach füllen sich die elektronischen Formulare mit Inhalten, die im Kontrollzentrum zusammenlaufen.
Natürlich bleibt auch das Kontrollzentrum nicht ohne Kontrolle.
Da gibt es natürlich vor allem die Chefredaktion, die alles überwacht, Controlling nennt man das ja heute. Chefredakteurin Isabell Funk ist in diesen Tagen nicht daran, aber ihr Stellvertreter Peter Reinhart begrüßt mich persönlich und nimmt mich zu einzelnen Besprechungen mit. Alexander Houben ist „Chef vom Dienst". Auch hier erschließen sich die genauen Verantwortlichkeiten einem Außenstehenden nicht vollständig.
Und immer wieder gibt es Konferenzen, in denen Projekte besprochen werden. Für den Inhalt der Artikel selbst, das ist ganz wichtig, sind die einzelnen Redakteure jedoch selbst verantwortlich. Besprochenen diskutiert wird nur Grundsätzliches, etwa dass bei der Berichterstattung über Maxim Beck, dessen Persönlichkeitsinteresse gegen das Interesse der Öffentlichkeit auf Information sorgfältig abzuwägen ist, oder die Ausgestaltung der Überschriften.
Am späten Nachmittag deshalb noch einmal eine kurze Konferenz der wichtigsten Personen, in denen vor allem ein Augenmerk auf die Überschriften gelegt wird: Griffige Überschriften zu formulieren ist viel schwieriger als man denkt. Wie formuliert man es, dass die neue Ampelkoalition in Trier die Inhalte festgelegt hat, aber noch nicht die Dezernenten der Frage geklärt hat. „Die Kleidung ist fertig, aber die Träger fehlen noch" - oder aber „Das Dach ist fertig, die tragenden Wände fehlen noch". Man hat sich für das Letztere entschieden. Beides nicht der Renner, aber man finde mal etwas Besseres. Dafür die Super-Überschrift auf der letzten Seite: „Top, die Wette stinkt!", wird ein Bericht über mögliche Manipulationen bei der Fernsehsendung „Wetten Dass" tituliert.
Immer mehr Bedeutung kommt der Online-Redaktion zu: die ist auch im Großraumbüro untergebracht. Ab 6:00 Uhr morgens arbeiteten Joachim Engbrocks, Roland Grün, Miguel Castro und andere in mehreren Schichten an diesem Angebot, das vor allem Jüngere nutzen.
Um 16:30 Uhr verlasse ich das Zentrum der Macht, in dem natürlich noch lange keine Ruhe einkehren wird. Bis in die Abendstunden sind die Macher an dem Produkt Tageszeitung für die Region beschäftigt.
Mein Fazit: Die tägliche Zeitung zu produzieren ist viel schwieriger als man denkt. Moderne Zeitungsmacherei hat auch nicht mehr viel mit dem zu tun, was sich so gemeinhin unter Redaktionsarbeit vorstellt, ein Redakteure brüten über Berichte, schreiben sie nieder, dann werden sie ausgedruckt. Ein kompliziertes Zusammenarbeiten von vielen Mitwirkenden ist notwendig und das auch noch unter Zeitdruck, bis die Leserin/der Leser am Morgen das Produkt in den Händen halten kann. Gut, so schwierig wie auf den Mond zu fliegen ist die Aufgabe nicht, aber beinahe. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich einen kurzen Blick hinter die Kulissen des Trierischen Volksfreundes werfen durfte.
17.9.2009
Bessere Bedingungen für Radfahrer in der Innenstadt
In der letzten Stadtratssitzung hat CDU Ratsfraktion einen Antrag zur Verbesserung der Situation der Fahrradfahrer in der Innenstadt gestellt, der auch so beschlossen wurde.
Im ersten Teil des Antrags fordert sie, die Fußgängerzone für die Zeit für den Radverkehr zu öffnen, in der der Lieferverkehr stattfindet (- 11.00 Uhr).
Das freut mich besonders, habe ich mich schon lange dafür eingesetzt. Auch der ADFC hat im Frühjahr dieses Jahres diese Forderung noch einmal erhoben. Denn es ist nicht einzusehen, warum vom Fahrradfahren größere Gefährdungen ausgehen sollen als von großen Lkw.
Der 2. Teil des Antrages ist eine etwas sensiblere Angelegenheit: Um ein funktionsfähiges Fahrradwegenetz in der Innenstadt zu erhalten, muss es auch Ost-West Querung geben. Wir wollen zunächst einmal eine provisorische Querung im Bereich Konstantinstraße über den Kornmarkt zu Mohrs Gäßchen zu schaffen. Die hier gewonnenen Erfahrungen sollen dann in das derzeit in Arbeit befindliche Radwegekonzept einfließen. Auch sollen sie Grundlage für die Prüfung sein, ob nicht im Bereich Glockenstraße, Simeonstraße, Stockplatz eine zweite Querung geschaffen werden kann. Ich bin mir bewusst, dass solche Forderungen nicht bei allen auf ungeteilte Zustimmung stoßen werden. Viele Fußgängerinnen und Fußgänger fühlen sich durch Fahrradfahrer in der Fußgängerzone gefährdet. Doch solche Gefährdungen gehen zumeist von denjenigen aus, die sich ohnehin nicht an Vorschriften halten. Zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren, beides sind unumstritten die umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel. Wie in anderen Großstädten müsste es doch auch in Triers Innenstadt zu erreichen sein, dass beide harmonisch nebeneinander existieren.
1.3.2009
Count-Down-Ampeln für Fußgänger?
In der letzten Ratssitzung haben wir darüber diskutiert, wie die Situation der Fußgänger in der Stadt verbessert werden kann. Dabei ging es auch um die Frage, wie die Wartezeiten an den Fußgängerampeln verkürzt werden könnten. Tatsächlich sind sie an manchen Stellen viel zu lang. Immer wieder genannt wird beispielsweise die Ecke Zuckerbergstraße/Böhmerstraße (zu Recht) als negatives Beispiel genannt. Ich habe vorgeschlagen, die Ampeln hier gänzlich abzuschaffen und einen Mini-Kreisel zu richten.
Die Verwaltung hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass vielfach die Wartezeiten von Fußgängern auch sehr subjektiv als viel zu lange betrachtet werden, obwohl sie dies objektiv gar nicht sind.
Eine Methode, dem abzuhelfen, habe ich bei meinem Besuch in Bochum am letzten Wochenende entdeckt:
Dort werden oberhalb der Fußgängerampeln die verbleibende Wartezeit von oben nach unten in Sekunden herunter gezählt. Dann wird signalisiert, wie lange die Grün-Phase dauert. Das wäre doch auch eine Idee für Trier. Solche Schaltungen könnte ich mir beispielsweise gut bei der Überquerung der Nordallee an der Porta Nigra vorstellen.
13.2.2009
Was wird aus der Trierer Feuerwehr?
Bald Neubau an der Spitzmühle?
Ein Großaufgebot der Trierer Feuerwehr am 12.2.2009 vor dem Rathaus. Nein, es war nichts passiert, aber es ging um die Zukunft der Trierer Feuerwehr.
Bekanntlich ist die alte Feuerwache am Moselufer in die Jahre gekommen. Sie ist jetzt 54 Jahre alt, Teile der Gebäude sind schon unbenutzbar geworden. Zudem ist die Anlage heute zu klein. Eine neue muss also her!. Außerdem hat sich herausgestellt, dass ein Standtort nicht ausreicht, sodass in Ehrang ein zweiter gebaut werden muss.
Diese Fakten sind unumstritten. Die große Frage ist. „Wo?". Vor Allem: Wo in der Innenstadt soll die neue Wache stehen. sie muss zentral und verkehrsgünstig gelegen sein, schließlich müssen alle Bereiche in Trier von dort aus in weniger als 10 Minuten erreicht werden können. Die zuständigen Ausschüsse (III und IV) haben also über mögliche Standorte diskutiert.
Eigentlich - so Bürgermeister Bernarding - sollten auf dieser Sitzung die möglichen Alternativen nur vorgestellt und diejenigen Standorte benannt werden, die von vorne herein als Alternativen ausscheiden. In einem nächsten Schritt sollen dann die verbleibenden Alternativen näher untersucht und schließlich ein Beschlussvorschlag für den Stadtrat entwickelt werden. Wenn alles gut geht, könnte der Rat der Stadt Trier vielleicht schon in seiner letzten Sitzung vor den Neuwahlen im März über den Standort entscheiden.
Ob das funktioniert? Gestern entstand jedenfalls eine ebenso überflüssige wie heftige Diskussion über die mehrseitige und mehrspaltige Vorlage, die von der Verwaltung verteilt worden war. Darin waren zunächst 6 mögliche Standorte für die Hauptfeuerwache dargestellt. Zur weiteren Untersuchung verbleiben 3 Standorte, nachdem die übrigen - nach Meinung der Verwaltung - ausscheiden, darunter der Verbleib am Barbara Ufer aus einem ganz einfachen Grund: Es gibt dort nicht die erforderlichen 9.000 bis 10.000 qm Fläche. Denn eine Erweiterung ist dort nicht möglich: Rechts ist eine Tankstelle, deren Eigner das Gelände nicht verkaufen will, links die Pestalozzi Hauptschule, die nach dem Willen des Rates der Stadt zur Realschule plus ausgebaut, also ebenfalls kein Gelände abgeben kann. Und außerdem: Wie soll im laufenden betrieb eine solche Wache umgebaut werden. Gleichwohl beharrten die Grünen immer wieder auf diesen, von ihnen offensichtlich favorisierten Standort. Ratsmitglied Becker war der unbelehrbar.
Bleibt als möglicher Standort also das Gelände der ART in der Löwenbrücknerstraße, wobei Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani mit der von ihr gewohnten Deutlichkeit darlegte, dass ein Neubau hier eine “städtebauliche Katastrophe” sei.
Dann noch der Standort des ehemaligen Polizeipräsidiums. Doch das bestehende Gebäude, das ja ein so genannter „Krankmacher“ war, eignet sich nicht für die Unterbringung der Feuerwehr, müsste also abgerissen werden.
Schließlich gibt es noch den Standort an der Spitzmühle auf dem jetzigen Parkplatz neben dem FWG. Hier gibt es zwei wesentliche Fragezeichen: 1. Das Gelände liegt in einer Kaltluft-Schneide. Die Struktur der künftigen Gebäude muss das berücksichtigen. 2. Möglicherweise gibt es dort römische Funde. “Nein, da is’ nix”, soll nach Auskunft von Bürgermeister Bernarding ein Archäologe des Landesmuseums gesagt haben: Na ja, das wurde vom Viehmarkt auch gesagt.
Es gibt also noch einiges zu klären, bis der Neubau der Hauptfeuerwache angegangen werden kann.
Für den zweiten Standort in Ehrang (sog. Nebenfeuerwache) sieht es etwas einfacher aus: Dort kommt praktisch nur der Standort “Brauchwasserwerk” am Ehranger Hafen in Betracht.
12.2.2009
Fahrradstation am Hauptbahnhof
So wie auf dem nebenstehenden Bild soll es bald nicht mehr aussehen, geht es nach dem willen des Stadtrates in Trier.
In der letzten Stadtratssitzung wurde ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung des Fahrradkonzeptes in Trier beschlossen. Es soll geprüft werden, ob im Bereich des Hauptbahnhofs eine so genannte Fahrradstation gebaut werden soll. Dabei handelt es sich nicht um ein bloßes Fahrradparkhaus, sondern um eine Servicestation, die auch verschiedenste Dienstleistungen anbieten soll. In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits 61 solcher Stationen, in Rheinland-Pfalz erst eine.
Da besteht also dringenden Nachholbedarf. Eine Studie hat gezeigt, dass im Bereich des Hauptbahnhofes in Trier ein sehr interessanter Standort sein könnte. Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Baudezernentin eine entsprechende Initiative ergriffen hat.
Diese Fahrradstation könnte auch ein erster Anfang für Netz von Mietfahrrädern sein, das in Trier installiert werden könnte. Dies könnte zum Beispiel für Berufspendler interessant sein, die mit dem Zug nach Trier fahren und dann mit dem Rad zur Arbeitsstelle fahren. Eine bequeme und praktische Alternative zur Parkplatzsuche in Trier. In vielen Großstädten, wie beispielsweise Paris, hat sich diese Erkenntnis schon durchgesetzt.
Ich hoffe sehr, dass das Konzept jetzt zügig weiterentwickelt wird und das Land seine Ankündigung auch wahr macht, dies finanziell zu unterstützen. Wir sind es unserer Umwelt schuldig.
13.1.2009
Konjunkturprogramm Eine Wundertüte für Trier?
Langsam, aber sicher schlittern wir in eine der größten Wirtschaftskrisen der Nachkriegszeit. Die Regierung will dem entgegensteuern und hat deshalb heute ihr Konjunkturprogramm II vorgestellt.
Die Wirtschaft soll durch staatliche Maßnahme angekurbelt werden. Ein Teil des vorgesehenen Geldes sollen die Kommunen erhalten, um investieren zu können. Eine sinnvolle Entscheidung, den bei diesem Geld ist es wenigsten sichergestellt, dass es der Wirtschaft auch wirklich unmittelbar zugute kommt.
Für die Gemeinden und damit auch für die Stadt Trier könnte sich hierdurch eine große Chance ergeben, den Investitionsstau, der sich aufgrund der maroden Hauhaltslage über Jahre hinweg aufgebaut hat, wenigsten ein wenig abzumildern.
17 - 18 Milliarden Euro sollen für Bund- und Länder bereit stehen, um zusätzliche Investitionen tätigen zu können, so die heutigen Meldungen.
Unsere „arme“ Stadt hätte staatlichen Hilfen mehr als dringend nötig: Über marode Schulen, kaputte Straßen, baufällige Brücken muss nicht lange berichtet werden.
Doch viele Fragen stellen sich, wenn man an die Umsetzung eines solchen Hilfepaktes denkt. Denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail.
Erste Frage. Wie sollen die Mittel aufgeteilt werden? 4,8 % sollen dem Vernehmen nach auf Rheinland-Pfalz fallen. Welche Kommunen in Rheinland-Pfalz bekommen wie viel Geld zu welchen Konditionen? Damit verbunden die
Zweite Frage: Wie sieht es konkret mit Trier aus? Der Bund verlangt - schon aus verfassungsrechtlichen Gründen - eine Mitfinanzierung. 1/3 des zur Verfügung gestellten Betrages sollen durch Dritte zur aufgebracht werden.
Trier hätte je bekanntlich noch nicht einmal diese Drittel. Zusätzliche Kredite darf sie nicht aufbringen. darüber wacht streng die ADD. Können also nur reiche Gemeinden von dem Programm profitieren, werden die Reichen noch reicher?
Nun, so schlimm wird es nicht kommen: Denn wie das Drittel finanziert wird, ist nicht festgelegt: Es könnte vom Land selbst kommen, aus Anliegerbeiträgen oder Beteiligung Privater. Doch Unbehagen bleibt trotzdem: Wird das genügen. Muss nicht dich das Kreditlimit für Trier gelockert werden? doch selbst, wenn das geschähe: wie soll Trier die schulden wieder zurückzahlen?
Dritte Frage: Wie sieht es mit der Umsetzung aus? Auf jeden Fall wird es erforderlich sein, die Mittel schnell umzusetzen, denn nur dann könne sie die beabsichtige Wirkung, Ankurbelung der Konjunktur, erreichen. Also nichts mit langen Diskussionen, was wo wie gebaut werden soll. Schnelle Entscheidungen werden gefragt sein. In erster Linie werden also Vorhaben in Betracht kommen, die schon durchgeplant sind und nur mangels der finanziellen Möglichkeiten nicht durchgeführt werden konnten. Da gibt es in Trier genug.
Gleichwohl werden die Prioritäten festzulegen und dann die Baubeschlüsse noch zu treffen sein. Und das mitten im Kommunalwahlkampf!
Trotz aller Fragen, die mit diesem Konjunkturprogramm stehen und Fragezeichen, die mit ihm verbunden sind: die Stadt Trier muss diese einmalige Chance nutzen!:
1.12.2008
Prima Klima in Trier?
Erster Baustein des Stadtklimagutachtens liegt vor
Die Stadt Trier verfügt jetzt über ein Klimagutachten, das heißt genauer gesagt über einen ersten, jedoch ganz wichtigen Baustein zu einem umfassenden Gutachten.
Ein entsprechender Zwischenbericht wurde in der letzten Sitzung des Dezernatsausschusses IV vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Universität Trier hat die Firma GeoNet-Umweltconsulting umfangreiche Datenbestände erhoben und ausgewertet und daraus ein so genanntes Rechenmodell entwickelt.
Zahlreiche Klima- und lufthygienische Informationen wurden erfasst und ausgewertet.
Das Ergebnis ist ein 80 Seiten starker Statusbericht vom Jahr 2005 der belegt, dass immerhin 63 % der Siedlungsfläche in Trier nicht belastet sind. 27 % weisen eine mäßige Belastung aus, 7 % sind als gering belastet eingestuft und nur 3 % mussten als bioklimatisch belastet eingeordnet werden. Lediglich 0,3 Prozent des Siedlungsraums sind bioklimatisch und zugleich lufthygienisch belastet.
Es überrascht wenig, wo sich diese Bereiche befinden: Am Moselufer und im Alleenring.
Keine andere Stadt in Rheinland-Pfalz hat derzeit ein derart gutes Modell, um Umweltauswirkungen in der Stadt beurteilen zu können. 2005 war dieses Gutachten von der Stadt in Auftrag gegeben worden.
Es ist Grundlage für die weitere Entwicklung des Flächennutzungsplanes, das heißt für die Frage an welchen Stellen in Trier noch Baugebiet ausgewiesen werden können. Als nächster Schritt wird die weitere gesamtstädtische Entwicklung unter Überprüfung der geplanten neuen Siedlungsflächen beurteilt, die Prognose für das Jahr 2020.
Um einem Missverständnis gleich vorzubeugen: Zur Frage der Feinstaub-Belastung trifft dieses Gutachten keine Aussagen.
28.11.2008
Parkplatz hinter dem Kornmarkt wird ausgebaut
Der Parkplatz im Bereich zwischen Kornmarkt und Nagelstraße wird künftig als Dauer-Miet-Parkplatz ausgebaut. Das hat der Dezernatsausschuss IV in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. Die Kosten in Höhe von rund 246.000 Euro sollen durch die Mieteinnahmen wieder eingebracht werden. Man erwartet jährlich mindestens 27.000 Euro. Die genauen Einzelheiten über Höhe des Mietpreises müssen noch festgelegt werden.
Hintergrund: Die Stadt Trier ist Eigentümerin dieses Parkplatzes. Er wurde seit Jahren von Mitarbeitern der umliegenden Gewerbebetriebe und von Besuchern und Kunden der näheren Umgebung des Kornmarktes kostenfrei genutzt.
Als sehr lästig wurde - vor Allem in den Sommermonaten - der bisherige Parksuchverkehr empfunden. Er hat die Außengastronomie erheblich gestört.
Die Fläche wurde außerdem sanierungsbedürftig. Im oberen Bereich gründet sich der Parkplatz auf einem großen Gewölbekeller, der in einem derart schlechten Zustand ist., dass die Fläche gesperrt werden musste. Die bisherigen Unterhaltungsmaßnahmen reichen nicht mehr aus. Deshalb muss der Parkplatz gänzlich neu gestaltet werden.
Da jetzt nunmehr nur noch Dauermieter und Lieferverkehr Zugang zu dem Platz haben, rechnet man mit einer spürbaren Entlastung des Kornmarktes.
Ob das wirklich zutrifft, wird sich zeigen. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass gleichwohl noch immer viele Autofahrer den Kornmakt illegal befahren. Deshalb bleibt es bei der Forderung, dass er langfristig durch ein geeignetes System (bewegliche Poller) für Nichtberechtigte gesperrt werden muss.
16.10.2008
CDU-Antrag führt zu Erfolg!
Alle Fraktionen haben gelegentlich darunter zu leiden, dass Anträge, die im Stadtrat verabschiedet werden, von der Verwaltung nicht so umgesetzt werden, wie wir uns das wünschen. Dass es auch anders geht, hat die Stadt Trier jetzt eindrucksvoll bewiesen:
In der Stadtratssitzung vom 5.6.2007 hat die CDU-Stadtratsfraktion beantragt, die bereits bestehenden Konzepte der Verwaltung zur Energieeinsparung weiter auszubauen und neue zu entwickeln. In diesem Antrag, der auf Anregung und mit Unterstützung der Jungen Union entwickelt worden war, wurden integrierte Maßnahmen zur Raumbeleuchtung, Wärmeregulierung, Heizungsanlagen, Sanierung usw. beschlossen. Gleichzeitig haben wir zur Konkretisierung einen detaillierten Forderungskatalog vorgelegt. Einstimmig wurde der Antrag verabschiedet. Zuvor musste ich mir allerdings nach meinem Redebeitrag viel Polemik anderer Fraktionen anhören, die wohl nicht verkraften konnten, dass ausgerechnet die CDU einen solchen Antrag gestellt hat.
Die Verwaltung hat sich konsequent an die Arbeit gemacht und den Beschluss umgesetzt. Es war wohl nicht so einfach: So mussten wir noch längere Zeit im großen Rathaussaal mit normalen Glühbirnen leben, bis diese endlich gegen Energiesparlampen ausgetauscht wurden. Geeignete Lampen waren nicht auf die Schnelle zu beschaffen. Auch das entsprechende Energiespar-Konzept ist erstellt worden. Aber nicht nur das: Zusammen mit 82 anderen Kommunen bewarb sich das Rathaus bei dem von der Stiftung "lebendigen Stadt" europaweit ausgelobten Klimaschutz-Wettbewerb" Coolstes Rathaus ".
Das mit größtem Erfolg: Die Stadt Trier gewann diesen Wettbewerb und damit 100.000 Euro. Dieses Geld wird in weitere Energiesparmaßnahmen investiert werden und damit nicht nur ein Beitrag zur Klimaschutz leisten, sondern auch zu weiteren Einspareffekten führen. Ein doppelter Erfolg also und ein wenig Entlastung für den geschundenen städtischen Haushalt.
15.08.2008
Das Fahrrad erobert die Städte
Die größten Städte in Europa sind von ihm schon erobert worden. Ob München (siehe Foto), Berlin oder Paris: Das Fahrrad hat sich dort neben dem ÖPNV zu einem Hauptfortbewegungsmittel entwickelt. Längst ist es dort kein besonderer Anblick mehr, wenn auf dem Zweirad ein Geschäftsmann im dunklen Anzug mit Aktentasche sitzt. Kein Wunder, das Rad ist das schnellste und effektivste Fortbewegungsmittel für kurze und mittlere Strecken. So dürfen Fahrradfahrer Teile der Fußgängerzone von München benutzen. Nur ein Schild mahnt die Radfahrer: „Fahren Sie Schrittgeschwindigkeit! Fußgänger haben überall Vorrang!“ Das Zusammenspiel zwischen Fußgängern und Radfahrern: Dort funktioniert es offensichtlich problemlos. In Trier hingegen dürfen zwar während der Lieferzeit schwere LKW die Fußgängerzone befahren. Radfahren bleibt der Zugang dann jedoch verwehrt.
Spricht man das Thema an, wird man sofort in heftige kontroverse Diskussionen verwickelt. Wechselseitig beschimpfen sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer. Das rücksichtslose Verhalten einiger weniger, sei es Zweirad- oder Autofahrer, wird oft zum schlagenden Argument gegen alle Benutzer dieses Verkehrsmittels. Ich meine: Ein Umdenken ist erforderlich! Anstatt uns gegenseitig zu verteufeln, sollten wir auch in Trier Wege finden, um ein besseres Miteinander der unterschiedliche Verkehrsträger zu entwickeln. Dann ist auch Trier auf gutem Weg zu einer „richtigen“ Großstadt.
Zurzeit ist ein heftiger Streit zwischen Verwaltung und Politik über die Frage entbrannt, wie man die Nord-Süd Querung für den Fahrradverkehr führen soll. Während die Verwaltung aus Sicherheitsgründen eine Durchfahrung der Treveris-Passage und Weiterführung zum Porta-Nigra- Platz ablehnt, scheint das für andere die einzig praktikable Lösung zu sein. So sehe ich das auch. Die CDU Stadtratsfraktion hat übrigens schon anlässlich einer Ortsbegehung vor über einem Jahr dieselbe Forderung aufgestellt.
Meines Erachtens liegt die Lösung nahe: Bislang wird der Autoverkehr von der Porta-Nigra kommend durch das Margaretengäßchen am Kino vorbei in Richtung Pferdemarkt zweispurig geführt. Das Verkehrsaufkommen rechtfertigt meines Erachtens jedoch diese Verkehrsführung heute nicht mehr. Hinzukommt, dass gerade durch die bisherige Lenkung des Straßenverkehrs im Bereich der Kurve an der Treveris-Passage immer wieder gefährliche Situationen entstehen. Sie ist einfach zu eng. Zu Öffnungszeiten des Kinos entstehen außerdem durch Autofahrer, die Kinobesucher herauslassen, auch dort immer wieder Beeinträchtigungen, die ebenfalls zu gefährlichen Situationen führen.
Man könnte daher ohne weiteres eine Fahrspur wegnehmen und hätte dann zwei Spuren für eine kombinierte Bus-Fahrtführung zur Verfügung, also eine so genannte Umweltspur wie sie auch im Bereich Metzelstraße geplant ist. Sicherheitsbedenken könnten dann nicht mehr ernsthaft erhoben werden. Ganz im Gegenteil, der Verkehr würde sicherer werden.
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